Leitweg-ID Validator & Prüfziffer-Rechner
Leitweg-IDs validieren, Prüfziffern berechnen und die Segmente analysieren — 100 % im Browser, keine Datenübertragung.
Was ist eine Leitweg-ID?
Die Leitweg-ID (auch: Leitwegkennung oder Routing-ID) ist eine eindeutige Kennnummer für öffentliche Auftraggeber in Deutschland. Sie fungiert als elektronische Adresse der Behörde und steuert, wohin eine eingereichte XRechnung weitergeleitet wird — ähnlich wie eine IBAN im Zahlungsverkehr, aber für E-Rechnungen.
Im Kontext der XRechnung entspricht die Leitweg-ID dem Geschäftsterm BT-10 (Buyer Reference / Käuferreferenz). Seit dem 27. November 2020 ist sie für alle B2G-Rechnungen (Business-to-Government) an Bundesbehörden verpflichtend. Viele Bundesländer haben gleichlautende Pflichten eingeführt.
Fehlt die Leitweg-ID oder ist sie falsch, schlägt die XRechnung-Validierung mit Fehler BR-DE-15 fehl: "BT-10 (Buyer reference) is required". Das Rechnungssystem der Behörde weist die Rechnung dann automatisch ab — eine häufige Fehlerquelle, die bares Geld kostet.
Die Leitweg-ID besteht aus einer Grobadressierung (numerisch), einer optionalen Feinadressierung (alphanumerisch) und einer zweistelligen Prüfziffer — getrennt durch Bindestriche. Die Prüfziffer wird nach dem ISO 7064 Mod 97-10 Verfahren berechnet, das auch bei der IBAN-Prüfung eingesetzt wird.
Dieses Tool validiert vollständige Leitweg-IDs inklusive Prüfziffer-Prüfung und berechnet die Prüfziffer für unvollständige IDs — alles lokal im Browser, ohne dass Daten Ihren Computer verlassen.
So verwenden Sie den Leitweg-ID Validator
- Validieren — Wählen Sie den Tab „Validieren“ und geben Sie eine vollständige Leitweg-ID ein (z. B. 04011000-1234512345-06). Klicken Sie auf „Validieren“ — das Tool prüft Format, erlaubte Zeichen und die Korrektheit der Prüfziffer.
- Prüfziffer berechnen — Kennen Sie nur den Adressbody ohne Prüfziffer? Wechseln Sie zu „Prüfziffer berechnen“, geben Sie Grobadressierung und ggf. Feinadressierung ein und klicken Sie auf „Berechnen“. Sie erhalten die vollständige Leitweg-ID inklusive berechneter Prüfziffer.
- Segmente verstehen — Nach jeder Prüfung zeigt das Tool eine Segmentanalyse: Grobadressierung, Feinadressierung und Prüfziffer werden einzeln hervorgehoben und erklärt.
- Massen-Validierung (Pro) — Pro-Nutzer können im Tab „Massen-Validierung“ beliebig viele IDs auf einmal überprüfen — als Liste oder CSV. Ideal für Buchhaltungs-Workflows mit vielen Lieferanten.
- Ergebnis kopieren — Berechnete Prüfziffern und vollständige IDs können mit einem Klick in die Zwischenablage kopiert werden.
Tipp: Groß- und Kleinschreibung wird in der Feinadressierung automatisch normalisiert (Buchstaben werden großgeschrieben), da die Spezifikation nur Großbuchstaben erlaubt.
Der ISO 7064 Mod 97-10 Algorithmus
Die Prüfziffer der Leitweg-ID wird nach ISO/IEC 7064:2003, Mod 97-10 berechnet — demselben Verfahren wie bei der internationalen Bankkontonummer (IBAN). Der Algorithmus prüft die Integrität der Adresse und erkennt typische Tippfehler wie vertauschte oder falsch eingegebene Ziffern.
Berechnung Schritt für Schritt: (1) Grobadressierung und Feinadressierung werden ohne Bindestriche zusammengeführt und die Zeichenfolge „00“ wird angehängt. (2) Buchstaben werden in Zahlen umgewandelt: A=10, B=11, … Z=35. (3) Die entstandene große Ganzzahl wird durch 97 geteilt und der Rest ermittelt. (4) Die Prüfziffer ergibt sich aus 98 minus diesem Rest, auf zwei Stellen mit führender Null aufgefüllt. (5) Zur Verifikation: Die vollständige Ziffernfolge (Adresskörper + Prüfziffer, Buchstaben ersetzt) muss Modulo 97 den Wert 1 ergeben.
Da die Zahlen sehr groß werden können (bis zu 42+ Stellen), wird die Division in JavaScript durch sukzessive Modulo-Berechnung in Chunks durchgeführt — kein BigInt erforderlich, denn 9007199254740991 (Number.MAX_SAFE_INTEGER) reicht für Blöcke von je 9 Ziffern.
Typische Anwendungsfälle
XRechnung vor dem Versand prüfen
Vor dem Einreichen einer XRechnung an eine Behörde sicherstellen, dass die Leitweg-ID im Feld BT-10 korrekt und vollständig ist — und so teure Ablehnungen mit Fehler BR-DE-15 vermeiden.
Neue IDs anlegen
Systementwickler und Behördenmitarbeiter berechnen die korrekte Prüfziffer für neue Leitweg-IDs, bevor diese in ERP-Systemen oder Rechnungsportalen hinterlegt werden.
Datenqualität im ERP sichern
Alle gespeicherten Leitweg-IDs eines Lieferantenstamms mit der Massen-Validierung (Pro) auf Korrektheit prüfen und fehlerhafte Einträge vor dem nächsten Rechnungslauf korrigieren.
Schulung & Debugging
Entwickler und Buchhalter können den Algorithmus Schritt für Schritt nachvollziehen — nützlich beim Debuggen von Eigenimplementierungen in ERP-Systemen oder beim Onboarding neuer Mitarbeiter.
Berechnungsbeispiel
Gegeben: Grobadressierung 04011000, Feinadressierung 1234512345. Ziel: Prüfziffer berechnen.
Schritt 1 – Zusammenführen mit Platzhalter: 040110001234512345 + 00 = 04011000123451234500 Schritt 2 – Keine Buchstaben vorhanden (nur Ziffern) Schritt 3 – Modulo 97: 04011000123451234500 mod 97 = 92 Schritt 4 – Prüfziffer: 98 − 92 = 6 → aufgefüllt: 06 Ergebnis: 04011000-1234512345-06 Verifikation: 040110001234512345 06 mod 97 = 1 ✓
Quelle: Leitweg-ID Formatspezifikation v2.0.2 (KoSIT / leitweg-id.de), ISO/IEC 7064:2003 Mod 97-10
Tipps & Einschränkungen
Tipps
- Die Leitweg-ID erhalten Sie ausschließlich vom öffentlichen Auftraggeber — sie kann nicht eigenständig erfunden werden. Dieses Tool prüft nur das Format und die Prüfziffer, nicht die Existenz der Behörde.
- Buchstaben in der Feinadressierung werden automatisch in Großbuchstaben umgewandelt — geben Sie „abc“ ein, wird es als „ABC“ verarbeitet.
- Eine fehlende Feinadressierung ist valide: Das Format <Grobadressierung>-<Prüfziffer> (mit nur einem Bindestrich) ist erlaubt.
- Leitweg-IDs von Bundesbehörden beginnen häufig mit 991- (Bundesebene). Landesbehörden nutzen länderspezifische Präfixe (z. B. 04 für Niedersachsen).
Einschränkungen
- Das Tool prüft nur Syntax und Prüfziffer, nicht ob die Behörde mit dieser ID tatsächlich existiert oder aktiv ist.
- Manche Behörden haben interne Routing-Regeln zusätzlich zur Leitweg-ID. Das Tool kennt diese nicht.
- Die Prüfziffer schützt vor Tippfehlern, garantiert aber nicht die inhaltliche Korrektheit der Adressierung.
- Massen-Validierung ist auf Pro-Nutzer beschränkt.
Häufig gestellte Fragen
Wo finde ich die Leitweg-ID meines Auftraggebers?
Die Leitweg-ID wird vom öffentlichen Auftraggeber mitgeteilt — meist im Bestellschreiben, im Rahmenvertrag oder auf dem Rechnungsportal der Behörde. Auf Bundesebene können Sie das Lieferantenportal des Bundes (LBB) konsultieren. Eigenständig erfinden oder raten darf man sie nicht.
Was passiert, wenn die Leitweg-ID in meiner XRechnung fehlt oder falsch ist?
Die Rechnung schlägt die KOSIT-Schematron-Validierung mit Fehler BR-DE-15 fehl: "BT-10 (Buyer reference) is required in the context of (BR-DE-15)". Das empfangende Rechnungssystem weist die Rechnung automatisch ab. Sie müssen die Rechnung korrigieren und erneut einreichen.
Was ist der Unterschied zwischen Grobadressierung und Feinadressierung?
Die Grobadressierung (2–12 Ziffern) identifiziert die Behörde auf einer übergeordneten Ebene, ähnlich einer Bankleitzahl. Die Feinadressierung (optional, bis 30 alphanumerische Zeichen) gibt die interne Organisationseinheit, Kostenstelle oder Haushaltsstelle an — das interne Routing innerhalb der Behörde.
Wie funktioniert der Mod 97-10 Algorithmus bei Buchstaben in der Feinadressierung?
Buchstaben werden nach einem festen Schema in zwei- bis dreistellige Zahlen umgewandelt: A=10, B=11, C=12, … Z=35. Der Buchstabe "A" wird also durch "10" ersetzt, "Z" durch "35". Anschließend wird die gesamte Zeichenkette als eine große Ganzzahl behandelt und Modulo 97 dividiert.
Warum ist die Prüfziffer immer zweistellig?
Der Mod 97-10 Algorithmus liefert ein Ergebnis zwischen 02 und 98. Das Ergebnis wird immer auf zwei Stellen mit führender Null aufgefüllt (z. B. 6 → 06). Die Werte 00, 01 und 99 können mathematisch nicht auftreten.
Welche Zeichen sind in der Leitweg-ID erlaubt?
Grobadressierung: ausschließlich Ziffern 0–9, 2 bis 12 Stellen. Feinadressierung: Großbuchstaben A–Z und Ziffern 0–9, maximal 30 Zeichen (Kleinbuchstaben werden automatisch normalisiert). Prüfziffer: genau 2 Ziffern. Sonderzeichen, Leerzeichen oder Umlaute sind nicht erlaubt.
Was bedeutet BR-DE-15 in einer XRechnung?
BR-DE-15 ist eine deutsche Geschäftsregel (Business Rule) aus dem XRechnung-Profil der KoSIT. Sie besagt, dass das Feld BT-10 (Buyer Reference / Käuferreferenz) bei B2G-Rechnungen (Geschäfte mit öffentlichen Auftraggebern) stets befüllt sein muss — und in Deutschland wird dieses Feld mit der Leitweg-ID belegt.
Kann eine Leitweg-ID ohne Feinadressierung gültig sein?
Ja. Das Format <Grobadressierung>-<Prüfziffer> ist völlig valide — z. B. 991-01. Nicht jede Behörde nutzt eine Feinadressierung. Die Prüfziffer wird dann nur über die Grobadressierung berechnet.
Ist dieses Tool DSGVO-konform? Werden meine Daten gespeichert?
Ja. Das Tool läuft vollständig im Browser (clientseitig). Keine eingegebene Leitweg-ID wird an einen Server übertragen oder gespeichert. Auch Massen-Validierungen (Pro) verbleiben lokal in Ihrem Browser.